Winterharte Palmen – alle Arten im Überblick

Von der robusten Chinesischen Hanfpalme bis zur mysteriösen Stone Gate Palm aus Yunnan – hier findest du alle Arten die wirklich winterhart sind, mit ehrlichen Angaben zu Frosthärte, Herkunft und was dich bei der Kultivierung erwartet.

16 Arten dokumentiert Bis −24 °C Frosthärte Von Einsteiger bis Profi

Welche Palmen überstehen den deutschen Winter wirklich?

Die Frage stellt sich jeder der das erste Mal eine Palme im Garten haben möchte. Und die ehrliche Antwort ist: deutlich mehr als die meisten denken. Während viele noch glauben Palmen seien reine Kübelpflanzen die jedes Jahr eingeräumt werden müssen, wachsen in manchen deutschen Gärten seit über dreißig Jahren ausgewachsene Hanfpalmen im Freiland – ungeschützt, unbeeindruckt. Welche Arten konkret in Frage kommen erklärt der Artikel Welche Palme wächst in Deutschland.

Der Schlüssel liegt in der Artenauswahl. Nicht jede Palme die schön aussieht ist auch winterhart, und nicht jede winterharte Palme passt zu jedem Standort. Ein feuchter Lehmgarten in Norddeutschland stellt andere Anforderungen als ein trockener Südhang in Bayern. Auf dieser Seite listen wir alle Arten auf die wir intensiv recherchiert und dokumentiert haben – mit echten Angaben aus botanischer Fachliteratur und langjährigen Anbauberichten europäischer Sammler. Einen umfassenden Vergleich mit konkreten Empfehlungen gibt es im Artikel Welche Palme für Deutschland.

Was du hier nicht findest sind übertriebene Versprechen. Wenn eine Palme für Mitteleuropa nur bedingt geeignet ist schreiben wir das auch so. Denn eine tote Palme nach dem ersten harten Winter kostet Geld, Zeit und Nerven. Lieber einmal ehrlich als zweimal Frust. Worauf es beim Kauf wirklich ankommt erklärt unsere Kaufberatung.

Die Arten sind nach Gattungen geordnet. Innerhalb der Gattung Trachycarpus gibt es dabei besonders viel zu entdecken – von der allbekannten Hanfpalme bis zu botanischen Raritäten die kaum einer kennt, darunter die einzigartige T. fortunei 'Variegata'. Danach kommen weitere Fächerpalmen, Fiederpalmen und die etwas exotischeren Vertreter. Wer sich für Arten bis −20 Grad interessiert oder schnellwachsende Palmen sucht findet im Magazin ausführliche Artikel dazu.

So liest du die Artenkarten

Jede Karte zeigt dir auf einen Blick die wichtigsten Infos: die maximale kurzfristige Frosttemperatur die eine etablierte Pflanze an einem trockenen Standort überstehen kann, den Schwierigkeitsgrad von Einfach bis Profi und ob die Art im Handel leicht verfügbar ist oder eher eine Rarität darstellt. Ein Klick auf die Karte bringt dich zur ausführlichen Artseite mit allem was du wissen musst.

Wichtiger Hinweis zu den Temperaturen: alle Angaben gelten für gut eingewurzelte adulte Pflanzen. Jungpflanzen die frisch ausgepflanzt wurden sind in den ersten drei Jahren deutlich anfälliger. Und generell gilt – Dauerfrost über mehrere Wochen schadet mehr als ein einzelner Kälteeinbruch auf −15 °C in einer Nacht. Mehr dazu im Winterhärtezonen-Ratgeber.

Trachycarpus – die Gattung für Mitteleuropa

10 Arten & Sorten

Die Gattung Trachycarpus ist ohne Zweifel das Rückgrat der winterharten Palmenkultivierung in Europa. Zehn offiziell anerkannte Arten, dazu mehrere Sorten und geographische Formen – und alle kommen aus Bergregionen Asiens wo Winter durchaus heftig sein können. Keine andere Palmengattung bietet eine solche Kombination aus Frosttoleranz, Nassekälteresistenz und echtem Wachstum in unserem Klima.

Trachycarpus fortunei – Chinesische Hanfpalme
Chinesische Hanfpalme
Trachycarpus fortunei
Häufig
bis −18 °C Mittel

Die meistkultivierte winterharte Palme Europas. Seit 1830 in unseren Gärten, bis 12 m hoch, robust und erstaunlich nassekältetolerant. Der klassische Einstieg für jeden der es ernst meint.

Trachycarpus fortunei Variegata – variegierte Hanfpalme mit cremeweißen Blattstreifen
Variegierte Hanfpalme
Trachycarpus fortunei 'Variegata'
Extrem selten
bis −18 °C Anspruchsvoll

Die seltenste Hanfpalme überhaupt. Cremeweiße bis goldgelbe Blattstreifen durch eine spontane Chimären-Mutation – nicht reproduzierbar, nicht im Handel erhältlich. Jedes Exemplar ist ein Unikat.

Trachycarpus wagnerianus – Wagners Hanfpalme
Wagners Hanfpalme
Trachycarpus fortunei 'Wagnerianus'
Selten
bis −17 °C Mittel

Kleiner und windresistenter als die Standard-Fortunei. Hat keinen bekannten Naturstandort – 1873 in japanischen Gärten entdeckt. Ideal für Terrassen und exponierte Lagen.

T. fortunei Bulgaria – härteste Fortunei-Selektion
T. fortunei 'Bulgaria'
Trachycarpus fortunei – Plovdiv-Selektion
Selten
bis −20 °C Einfach

Vier Palmen in Plovdiv, seit 1973 im Freiland und überlebt haben sie Winter bis −20 °C. Dickere Stämme, festere Blätter. Wahrscheinlich die härteste Fortunei-Selektion weltweit.

Trachycarpus princeps – Stone Gate Palm mit weißen Blattunterseiten
Stone Gate Palm
Trachycarpus princeps
Rarität
bis −15 °C Profi

Wächst auf senkrechten Marmorwänden in Yunnan, 1995 entdeckt. Weiß-silberne Blattunterseiten machen sie zur schönsten Art der Gattung. Für Kenner die etwas Besonderes suchen.

Trachycarpus nanus – kleinste Hanfpalme der Gattung
Yunnan-Zwerghanfpalme
Trachycarpus nanus
Rarität
bis −15 °C Profi

Die kleinste Art der Gattung – kaum über 80 cm hoch, kaum im Handel zu finden. Für Sammler ein Muss. Wächst auf offenem Berggelände in Yunnan auf über 1.800 m Höhe.

Trachycarpus takil – Kumaon-Hanfpalme aus dem Himalaya
Kumaon-Hanfpalme
Trachycarpus takil
Rarität
bis −17 °C Profi

Aus den Wäldern des Kumaon-Himalaya. 1905 von Beccari beschrieben, unter Naturschutz in Indien. Originalexemplare stehen noch heute in Florenz – über 130 Jahre alt.

Trachycarpus martianus – Khasia-Hanfpalme mit glattem Stamm
Khasia-Hanfpalme
Trachycarpus martianus
Rarität
bis −12 °C Anspruchsvoll

Mit glattem, faserlosen Stamm und glänzend-grünen Blättern wirkt sie tropischer als andere Hanfpalmen. Die Varietät latisectus hat besonders breite Segmente – ein echter Eyecatcher.

Trachycarpus oreophilus – Thai-Hanfpalme schlank und elegant
Thai-Hanfpalme
Trachycarpus oreophilus
Rarität
bis −10 °C Profi

Aus den Bergwäldern Nordthailands, schlank und elegant. Weniger winterhart als die Himalaya-Arten aber optisch besonders reizvoll. Nur für sehr milde Lagen oder intensive Pflege.

Trachycarpus ukhrulensis – Manipur-Hanfpalme
Manipur-Hanfpalme
Trachycarpus ukhrulensis
Rarität
bis −15 °C Profi

Eine der jüngsten Entdeckungen – aus dem Grenzgebiet von Manipur und Myanmar, nahe Gletschern auf 2.000 m. Blattrückseiten mit silbrigem Wachsfilm ähnlich wie T. princeps. Kaum in Kultur.

Trachycarpus geminisectus – Vietnampalme
Vietnampalme
Trachycarpus geminisectus
Rarität
bis −10 °C Profi

2003 aus Nordvietnam beschrieben. Die Blattsegmente hängen paarweise zusammen – ein einzigartiges Merkmal innerhalb der Gattung. Kaum jemand würde sie auf den ersten Blick als Trachycarpus erkennen.

Winterharte Fiederpalmen

2 Arten

Fiederpalmen – also Palmen mit gefiederten statt fächerförmigen Blättern – sind generell weniger winterhart als Fächerpalmen. Die beiden hier vorgestellten Ausnahmen sind global gesehen die frosthärtesten Fiederpalmen überhaupt. Für den deutschen Garten sind sie aber anspruchsvoller als eine Hanfpalme und sollten nicht ohne gute Vorbereitung ausgepflanzt werden.

Von der Rarität bis zum Klassiker – direkt in deinen Garten.

Im Shop findest du viele der hier vorgestellten Arten als fertige Pflanzen oder als Samen. Von der robusten Hanfpalme für den Einsteiger bis zur seltenen Stone Gate Palm für den erfahrenen Sammler – alles an einem Ort, mit Herkunftsangaben und ehrlicher Beratung.

Dazu gibt es alles was du für eine erfolgreiche Überwinterung brauchst: Vlies, Kokosmatte, Schutzhüllen und die richtigen Substrate. Kein Suchen mehr – einfach bestellen und lospflanzen.

Zum Shop →

Im Shop erhältlich

  • Trachycarpus fortunei – verschiedene Größen
  • T. wagnerianus und weitere Hanfpalmen
  • Seltene Arten als Samen oder Jungpflanze
  • Winterschutzmaterial (Vlies, Kokos, Folie)
  • Palmsubstrat und Langzeitdünger
  • Kübel und Übertöpfe passend zur Größe
  • Zubehör für Freilandpflanzung

Palmen kaufen – worauf du wirklich achten solltest

Wer eine Palme kauft der sollte nicht nur auf den Preis schauen. Günstiger Massenimport aus Italien kann weniger frosthart sein als eine lokal aufgezogene Pflanze – weil die Mutterpalmen für ein mildes Mittelmeerklima selektiert wurden und nicht für norddeutsche Winter. Alle Hintergründe dazu im Artikel Palmen kaufen – Tipps.

Gerade bei seltenen Arten wie T. princeps oder T. takil ist die Herkunftsdokumentation entscheidend. Wer Samen kauft sollte immer nach der Mutterpflanze fragen. Und wer eine fertige Pflanze kauft sollte auf den Wurzelballen achten – ein gut durchwurzelter Ballen ist mehr wert als ein frisch umgetopfter. Für große Exemplare lohnt ein Blick in den Artikel Große Palmen kaufen.

Zum ausführlichen Kaufratgeber →

Die wichtigsten Punkte

  • Herkunft der Pflanze oder der Samen erfragen
  • Lokal aufgezogene Pflanzen bevorzugen
  • Stammgröße sagt mehr als Blättermenge
  • Gut drainierter Standort ist Pflicht – wichtiger als Winterschutz
  • Jungpflanzen die ersten 3 Jahre konsequent schützen
  • Kübelpflanzen sind anfälliger als ausgepflanzte
  • Nie nach August düngen – schwächt die Winterhärte