Trachycarpus takil – die Kumaon-Hanfpalme aus dem Himalaya
Aus den Bergwäldern Uttarakhandas, beschrieben von Odoardo Beccari 1905 und in Indien heute unter Naturschutz. Die Kumaon-Hanfpalme ist eine der am längsten bekannten aber immer noch seltenen Trachycarpus-Arten.
Herkunft und Geschichte
Trachycarpus takil wurde 1905 vom italienischen Botaniker Odoardo Beccari beschrieben, basierend auf Exemplaren aus dem Kumaon-Gebiet im heutigen Uttarakhand in Indien. Kumaon ist eine historische Region am westlichen Himalaya, bekannt für seine üppigen Bergwälder in Höhen von 1.800 bis 2.500 Metern. Dort wächst T. takil in gemischten Eichen- und Rhododendronwäldern an den südexponierten Hängen des Himalaya.
In Indien gilt die Art als gefährdet und steht unter Naturschutz. Der Bestand in der Wildnis ist begrenzt und das Sammeln von Pflanzen oder Samen aus dem Naturbestand ist verboten. In europäischen Sammlungen und botanischen Gärten gibt es dagegen gut dokumentierte Exemplare die teils über hundert Jahre alt sind.
Besonders bekannt sind die Exemplare im Botanischen Garten Florenz wo T. takil seit dem frühen 20. Jahrhundert kultiviert wird. Diese Pflanzen haben florentinische Winter mit gelegentlichen Frösten problemlos überstanden und sind heute über 120 Jahre alt – ein eindrucksvoller Beweis für die Langlebigkeit der Art.
Unterschied zu T. fortunei
T. takil ähnelt T. fortunei oberflächlich stark, hat aber einige botanisch relevante Unterschiede. Die Blätter sind etwas größer und die Blattfiedern sind länger und breiter. Der Stamm wird ähnlich faserig aber wächst etwas kompakter. Die deutlichsten Unterschiede zeigen sich an der Blüte und den Früchten die zur endgültigen Artbestimmung herangezogen werden.
In der Frosthärte ist T. takil der Fortunei ebenbürtig wenn nicht leicht überlegen. Berichte aus botanischen Gärten in Norditalien und Deutschland beschreiben gute Überlebensfähigkeit bei Temperaturen die unter −15 °C lagen. Die Pflanzen kommen aus einer Höhenlage die regelmäßige Winterfröste einschließt was ihre Kälteresistenz erklärt.
Kultivierung in Mitteleuropa
T. takil ist für Mitteleuropa grundsätzlich geeignet und stellt ähnliche Ansprüche wie T. fortunei. Gute Drainage, sonniger bis halbschattiger Standort, kein Staunässe. Ein kleiner Vorteil der takil: sie kommt aus Wäldern mit teils humusreichem Boden und verträgt etwas mehr Feuchtigkeit als T. princeps oder T. nanus.
Das Wachstum ist moderat, ähnlich wie bei der Fortunei. In guten Jahren sind 20 bis 30 cm Stammzuwachs möglich. Als Kübelpflanze ist sie ebenso kultivierbar wie im Freiland, allerdings gelten dort dieselben Einschränkungen wie bei allen Trachycarpus: der Kübel ist im Winter zu schützen.
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Wo bekomme ich T. takil?
T. takil ist im regulären Handel selten zu finden. Botanische Gärten und spezialisierte Palmensamen-Netzwerke sind die beste Quelle. Da die Wildentnahme verboten ist sind alle erhältlichen Pflanzen und Samen aus Kultivierung. Beim Kauf sollte man darauf achten dass die Herkunft aus dokumentierter europäischer Kultivierung stammt und nicht aus illegaler Wildentnahme.
Samen keimen ähnlich wie bei T. fortunei bei Temperaturen um 20 bis 25 °C. Die Keimung ist zuverlässiger als bei manchen anderen seltenen Arten. Eine gute Alternative für alle die T. takil mögen aber zu wenig Erfahrung mit seltenen Arten haben ist der Einstieg über T. fortunei.
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