Welche Palmen eignen sich für den Kübel?
Grundsätzlich eignen sich alle winterharten Palmen für die Kübelhaltung, allerdings mit unterschiedlichem Aufwand. T. fortunei und T. wagnerianus sind die klassischen Kübelpflanzen weil sie robust, tolerant und optisch attraktiv sind. T. nanus bleibt kompakt und ist ideal für kleine Terrassen.
Ein Detail das viele Kübelpflanzenhalter übersehen: der Untersetzer. Steht der Kübel dauerhaft in stehendem Wasser entsteht Staunässe von unten – besonders gefährlich weil sie die Drainagezone des Kübels komplett außer Kraft setzt. Nach jedem Gießen den Untersetzer leeren. Im Sommer kann ein leicht gefüllter Untersetzer toleriert werden, aber im Herbst und Winter ist es ein zuverlässiger Weg zur Wurzelfäule.
Substrate für Kübelpflanzen sollten alle 3 bis 5 Jahre erneuert werden. Nicht weil das Substrat verbraucht wäre, sondern weil es sich durch wiederholtes Gießen und Wurzelwachstum verdichtet. Ein verdichtetes Substrat entwässert schlechter und hält weniger Sauerstoff – beides Faktoren die das Wurzelwachstum hemmen.
Für Liebhaber exotischerer Arten bietet die Kübelhaltung den Vorteil dass man Pflanzen kultivieren kann die im Freiland an den meisten deutschen Standorten nicht überwintern würden. T. martianus oder Butia odorata können im Kübel gut gedeihen wenn der Kübel im Winter richtig geschützt oder eingeräumt wird.
Die richtige Topfgröße
Zu kleiner Topf ist ein häufiger Fehler. Eine ausgewachsene Hanfpalme mit 60 cm Stamm braucht mindestens 80 bis 100 Liter Substratvolumen damit die Wurzeln genug Raum haben und das Substrat nicht zu schnell austrocknet oder ausfriert. Kleiner Topf bedeutet mehr Stress für die Pflanze in jeder Hinsicht.
Umtopfen sollte alle zwei bis drei Jahre oder wenn die Wurzeln sichtbar aus den Drainagelöchern wachsen. Beim Umtopfen nie in einen viel größeren Topf auf einmal wechseln: ein Topf der zwei bis drei Nummern größer ist als der bisherige ist ideal. Zu viel ungenutztes Substrat um die Wurzeln herum wird sauer und fördert Wurzelfäule.
Faustregel Topfgröße: Der Topf sollte etwa doppelt so breit sein wie der Stammdurchmesser der Pflanze und tief genug dass der Wurzelballen plus 15 bis 20 cm Substrat darunter Platz hat.
Das richtige Substrat
Kübelpflanzen brauchen ein Substrat das gleichzeitig Wasser hält und gut drainiert – ein scheinbarer Widerspruch der durch die richtige Mischung aufgelöst wird. Standard-Blumenerde ist für Palmen nicht optimal weil sie zu dicht ist und zur Verdichtung neigt.
Bewährte Mischung für Kübel-Hanfpalmen: 50 Prozent hochwertige Strukturerde oder Pflanzerde, 30 Prozent Perlite oder Bims, 20 Prozent Quarzsand oder feiner Kies. Diese Mischung ist gut durchlüftet hält aber genug Feuchtigkeit. Für Palmen die an ihrem Naturstandort kalkige Böden bevorzugen (T. princeps, Brahea armata) etwas Kalkgranulat oder Dolomitmehl hinzufügen.
Am Topfboden immer eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton anlegen mindestens 5 bis 8 cm hoch. Das verhindert Staunässe auch wenn der Untersetzer mit Wasser vollläuft.
Gießen im Kübel
Kübelpflanzen trocknen schneller aus als Freilandpflanzen weil das Substratvolumen begrenzt ist. Im Sommer bei heißem Wetter kann tägliches Gießen nötig sein. Im Frühjahr und Herbst genügt meist alle zwei bis drei Tage.
Der einfachste Test: einen Finger 5 cm tief ins Substrat stecken. Fühlt es sich feucht an abwarten. Fühlt es sich trocken an gießen. Auf keinen Fall nach einem festen Zeitplan gießen ohne die Bodenfeuchte zu prüfen weil Wetterbedingungen zu unterschiedlich sind.
Untersetzer sind praktisch aber gefährlich wenn Wasser dauerhaft drin steht. Im Sommer kann kurzzeitiges Stehwasser toleriert werden. Im Winter muss der Untersetzer leer sein.
Überwinterung im Kübel
Der Kübel ist in Winter der schwächste Punkt. Die Wurzeln haben keine isolierende Erdmasse um sich und der Frosteinwirkung direkt durch die Topfwände ausgesetzt. Deshalb frieren Kübelpflanzen schneller durch als Freilandpflanzen auch wenn sie dieselbe Frosthärte hätten.
Drei Strategien für die Überwinterung im Kübel:
- Schutz am Platz: Den Kübel an eine geschützte Stelle stellen (Hauswand, überdachte Terrasse), Topf mit Vlies oder Jutesäcken umwickeln, Blätter locker zusammenbinden und mit Vlies schützen. Für T. fortunei und Wagnerianus in milden Lagen ausreichend.
- Kalter Keller oder Garage: Temperaturen zwischen 0 und 8 °C, kein Frost, wenig Licht. Nur wenig gießen. Für weniger frostharte Arten wie Butia oder Chamaerops ideal. Achtung: kein warmer Keller mit 20 °C weil die Pflanze dann aus der Winterruhe kommt.
- Ungeheiztes Gewächshaus: Beste Lösung für wertvolle oder empfindliche Pflanzen. Frost wird abgehalten, etwas Licht ist vorhanden. Temperatur zwischen 2 und 10 °C ist ideal.
Mehr Details zur Überwinterung von Kübelpflanzen im spezifischen Überwintern-Ratgeber.