Trachycarpus martianus – die Khasia-Hanfpalme
Mit glattem, faserlosen Stamm und glänzend grünen Blättern sieht sie tropischer aus als alle anderen Hanfpalmen. Die Khasia-Hanfpalme aus dem Himalaya ist für wärmere Lagen eine elegante Alternative zu T. fortunei.
Herkunft und natürliches Vorkommen
Trachycarpus martianus kommt aus den feuchten Bergwäldern des östlichen Himalayas, vor allem aus Assam, Meghalaya (die historische Khasia-Region), Nepal und Bhutan. Ihr natürliches Höhensegment liegt zwischen 1.000 und 2.000 Metern wo sie in dichten, immergrünen Bergwäldern mit hoher Luftfeuchtigkeit wächst.
Die Art wurde nach dem Botaniker Karl Friedrich Philipp von Martius benannt, dem Autor der monumentalen "Flora Brasiliensis". Ihre Entdeckung und Beschreibung fällt ins 19. Jahrhundert im Zuge der systematischen botanischen Erkundung des Himalayas durch europäische Naturforscher.
Heute unterscheidet man zwei Varietäten: die Nominatvarietät T. martianus var. martianus aus Assam und Nepal, sowie die botanisch sehr interessante T. martianus var. latisectus aus Meghalaya die durch besonders breite Blattsegmente auffällt und in Sammlerkreisen besonders beliebt ist.
Das unverwechselbare Erscheinungsbild
Trachycarpus martianus sieht auf den ersten Blick nicht wie eine typische Hanfpalme aus. Der wichtigste Unterschied zu T. fortunei und T. wagnerianus ist der Stamm: er ist glatt, ohne den charakteristischen braunen Fasermantel der anderen Arten. Der Stamm von T. martianus ist sauber und ringartig genarbt wie viele tropische Palmen was ihr ein eleganteres, südlicheres Erscheinungsbild gibt.
Die Blätter sind tiefgrün und glänzend, nicht matt wie bei T. fortunei. Die Segmente sind bei der Nominatvarietät ähnlich wie bei der Fortunei, bei var. latisectus aber deutlich breiter und auffälliger. Die Gesamthöhe liegt in Kultivierung bei 5 bis 8 Metern.
Der glatte Stamm ist botanisch interessant weil er zeigt dass der Fasermantel bei T. fortunei und verwandten Arten eine sekundäre Anpassung ist und keine grundlegende Eigenschaft der Gattung. T. martianus hat diese Anpassung nicht entwickelt weil sie in feuchten, windgeschützten Wäldern wächst wo Isolationsschicht weniger nötig ist.
Winterhärte
T. martianus ist weniger winterhart als die Hauptarten der Gattung. Die maximale Frosthärte liegt bei etwa −12 °C für kurze Spitzen. Dauerfrost ab −6 °C ist kritisch. In Deutschland ist sie deshalb nur für Weinbauklima und milde Stadtlagen empfehlenswert, für raue Lagen oder Norddeutschland ist T. fortunei oder T. wagnerianus die bessere Wahl.
In milden städtischen Lagen Südwestdeutschlands, der Rheinebene oder in Küstennähe kann T. martianus jedoch sehr gut gedeihen. Ihr natürlicher Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit und milden Temperaturen findet dort eine gewisse Entsprechung.
Kultivierung
T. martianus braucht mehr Feuchtigkeit als T. princeps oder T. nanus aber nicht mehr als T. fortunei. Staunässe ist trotzdem zu vermeiden. Sie bevorzugt halbschattige Standorte gegenüber voller Sonne – eine Eigenschaft die mit ihrer Waldherkunft zusammenhängt.
Der Boden darf humusreicher sein als bei den anderen Hanfpalmen. Ein leicht saures Substrat mit pH 5,5 bis 6,5 kommt ihr entgegen. Gedüngt wird von April bis Juli, bevorzugt mit einem organischen Dünger. Im Winter sollte die Pflanze an geschützten Standorten in milden Lagen überwintern, in rauen Lagen in ein Gewächshaus oder Wintergarten.
Als Kübelpflanze macht sie eine gute Figur: der elegante Stamm und das glänzende Laub wirken auf Terrassen sehr dekorativ. Mit ausreichend Topfgröße und regelmäßiger Pflege wächst sie auch im Kübel ordentlich. Tipps zur Kübelpflege findest du im Kübel-Ratgeber.
Elegante Hanfpalmen für milde Lagen
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