Trachycarpus wagnerianus – die kompakte Wagners Hanfpalme
Kleiner als die klassische Hanfpalme, aber in vieler Hinsicht anspruchsloser und robuster. Die Wagners Hanfpalme ist die erste Wahl für windige Standorte und Terrassen die nicht zu groß werden sollen.
Herkunft und Geschichte
Trachycarpus wagnerianus ist in botanischer Hinsicht einer der faszinierendsten Fälle innerhalb der Palmengattung, weil es bis heute keinen bekannten Naturstandort gibt. Die Pflanze ist ausschließlich aus Kultivierung bekannt und wurde 1873 von einem deutschen Kaufmann namens Albert Wagner in japanischen Tempelgärten entdeckt. Wagner schickte Exemplare an den Botanischen Garten in Leipzig – daher trägt sie bis heute seinen Namen.
Ob T. wagnerianus eine eigenständige Art ist oder eine Kulturform von T. fortunei wird in der botanischen Literatur unterschiedlich bewertet. Botanisch wird sie heute meist als T. fortunei 'Wagnerianus' klassifiziert, also als Kultivarselektion der Fortunei. Für Gärtner spielt diese Diskussion keine große Rolle – in der Praxis unterscheiden sich die beiden Pflanzen deutlich genug um sie separat zu behandeln.
In Japan wird sie seit Jahrhunderten in buddhistischen Tempel- und Schlossanlagen kultiviert. Dort wird sie wegen ihrer dekorativen, ordentlich wirkenden Wuchsform sehr geschätzt. In Europa wurde sie lange Zeit als Kuriosität gehandelt, hat aber in den letzten Jahrzehnten zunehmend Verbreitung gefunden.
Wuchs und Erscheinungsbild
Was die Wagnerianus von der Fortunei sofort unterscheidet sind die Blätter. Sie sind kleiner mit einem Durchmesser von 40 bis 70 cm, und vor allem deutlich steifer und fester. Während die Blätter einer Fortunei bei Wind wild schlagen und sich biegen bleiben die Blätter der Wagnerianus fast unbeweglich – ein Merkmal das ihr den englischen Beinamen "Windmill Palm" eingebracht hat obwohl eigentlich alle Trachycarpus-Arten diesen Namen tragen.
Die Steifheit der Blätter hat einen praktischen Vorteil: an windigen Standorten leidet die Wagnerianus deutlich weniger unter Blattverschleiß als die Fortunei. Ein Standort direkt an der Meeresküste oder auf einer exponierten Terrasse ist für die Wagnerianus geeigneter als für ihre große Schwester.
Im Wuchs bleibt sie kompakter und erreicht selten mehr als 6 bis 8 Meter Höhe in mitteleuropäischen Gärten. Der Stamm ist ähnlich faserig wie bei der Fortunei, der Wuchs insgesamt etwas langsamer.
Winterhärte und Frosttolerantz
In der Frosthärte ist die Wagnerianus der Fortunei kaum nachzustehen. Gut etablierte Pflanzen überstehen −17 °C und in einzelnen Berichten werden sogar −18 °C genannt. In der Praxis sind die Unterschiede zur Fortunei minimal und hängen mehr vom Standort und der Herkunft des Saatguts ab als von der Art selbst.
Ein Unterschied gibt es allerdings: die kleineren, steiferen Blätter frieren bei extremem Frost seltener durch als die größeren, dünneren Blätter der Fortunei. In einem Winter mit extremen Kälteeinbrüchen sieht eine Wagnerianus danach oft besser aus obwohl die Temperaturen dieselben waren.
Für Winterschutz gelten dieselben Regeln wie bei der Fortunei: Herzschutz für Jungpflanzen, Mulch für den Wurzelballen und keine Staunässe. Mehr Infos im Schritt-für-Schritt Überwintern.
Standort und Pflanzung
Die Wagnerianus ist für Standorte geeignet die der Fortunei zu windig wären. Direkte Meeresbrisen, offene Terrassensituationen oder Hausdächer kommen für sie in Frage. Sie ist anpassungsfähiger an ungünstige Windverhältnisse als alle anderen Trachycarpus-Arten.
Bezüglich Boden und Drainage gelten dieselben Anforderungen wie bei der Fortunei: durchlässig, keine Staunässe, pH 6 bis 7,5. Als Kübelpflanze eignet sie sich besonders gut wegen ihrer kompakten Größe. Ein 40 bis 60 Liter Kübel reicht für viele Jahre.
Wer mehrere Palmen kombinieren möchte kann die Wagnerianus gut mit der Fortunei kombinieren – beide harmonieren optisch und stellen ähnliche Ansprüche an Standort und Pflege. Für einen Vergleich beider Arten schau auch in unsere Palmenübersicht.
Pflege
Die Pflegehinweise entsprechen weitgehend denen für T. fortunei. Düngen von März bis August, kein Stickstoff nach August, regelmäßige Bewässerung bei Trockenheit und das Entfernen nur komplett toter Blätter. Ein Unterschied: wegen der kleineren, steiferen Blattstruktur verträgt die Wagnerianus etwas trockenere Bedingungen als die Fortunei.
Alte Blätter lösen sich bei der Wagnerianus oft weniger leicht vom Stamm und hängen länger an als bei der Fortunei. Das ist normal und kein Zeichen einer Erkrankung. Ein sauberer Schnitt mit einer desinfizierten Säge oder Gartenschere reicht wenn man die toten Wedel entfernen möchte.
Die Wagnerianus als Alternative zu T. fortunei
Für wen ist die Wagnerianus die bessere Wahl? Wer einen windigen Standort hat, wer eine kompaktere Pflanze bevorzugt oder wer auf einer Terrasse oder einem Balkon wenig Platz hat. Wer dagegen maximale Höhe und einen imposanten Stamm anstrebt ist mit der Fortunei besser bedient. Wer das Exklusivste aus der Hanfpalmen-Welt möchte sollte sich T. princeps anschauen.
Wagnerianus-Palmen für windige Standorte
Die Wagnerianus ist im Handel seltener als die Fortunei aber bei uns regelmäßig verfügbar. Wir führen Pflanzen in verschiedenen Größen und können dir auch bei der Frage helfen ob Fortunei oder Wagnerianus für deinen Standort besser passt.
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