Jubaea chilensis – Chilenische Honigpalme

Der dickste Stamm aller kultivierten Palmen – bis zu einem Meter Durchmesser. Eine Jubaea zu pflanzen bedeutet etwas für die nächsten Generationen zu hinterlassen.

bis −12 °C Frosthärte bis 25 m Endhöhe Pflanzung für Generationen

Herkunft und Besonderheit

Jubaea chilensis stammt aus den trockenen Küstenhängen Zentralchiles wo sie mit wechselfeuchtem mediterranem Klima zurecht kommen muss. Ihr Stamm ist der dickste aller kultivierten Palmen – bis zu einem Meter Durchmesser bei alten Exemplaren. Diese massive Stammbiomasse ist gleichzeitig Energiespeicher und Wärmepuffer.

In ihrer Heimat ist sie stark gefährdet – historisch wurden die Stämme angezapft um Palmensaft für Zucker und Alkohol zu gewinnen ("Coquito"). Heute steht sie unter Schutz. In Europa ist sie in Botanischen Gärten an der Atlantikküste als Freilandpflanze anzutreffen, in Deutschland nur in Zone 8 ohne Schutz möglich.

Winterhärte und Kultivierung in Deutschland

J. chilensis ist bis etwa −12 °C winterhart wenn sie gut etabliert und gut abgehärtet ist. Das schränkt den Freilandanbau in Deutschland auf Zone 8 – Bodensee, Freiburger Raum, Rheinebene – ein. In Zone 7b ist sie als Kübelpflanze mit Winterquartier kultivierbar.

Das Wachstum ist in Deutschland so langsam dass man in einem Menschenleben kaum mehr als 2 bis 5 Meter Stammhöhe erwarten kann. Es ist eine Pflanzung für Generationen – wer heute eine J. chilensis pflanzt hinterlässt etwas das erst in hundert Jahren wirklich imposant ist.

Standort und Pflanzung

Vollsonne, Wärme und gute Drainage. J. chilensis ist trockenheitstolerant und kommt mit kargen Böden gut zurecht. Sie mag keine dauerhaft feuchten Böden. An einer Süd- oder Südwestwand mit Wärmespeichereffekt zeigt sie ihr Bestes.

Als Jungpflanze ist sie deutlich frostempfindlicher als als etabliertes Exemplar. In den ersten fünf bis sieben Jahren ist intensiver Winterschutz Pflicht. Mit zunehmendem Stammdurchmesser steigt die Frosthärte erheblich.

Als Kübelpflanze

J. chilensis gedeiht gut im großen Kübel. Das Langsamwachstum macht sie zu einer Pflanze die jahrzehntelang in einem geeigneten Kübel verbleibt. Im Winter in einem kühlen, hellen Winterquartier bei 2–8 °C überwintern. Die Bewässerung im Winter auf ein Minimum reduzieren.

Im Sommer auf die sonnigste Terrasse oder an den heißesten Platz im Garten. Je mehr Sommerwärme, desto besser die Abhärtung für den Winter und desto kräftiger der Neuaustrieb im Frühling.

FAQ – Chilenische Honigpalme, Coquitopalme

Kann J. chilensis in Frankfurt im Freiland stehen?
In sehr geschützten Lagen mit intensivem Winterschutz in den ersten Jahren – möglicherweise. Ohne Schutz in Zone 7b ist es riskant. Als Experiment an einem idealen Standort haben es Sammler schon versucht.
Wie schnell wächst J. chilensis in Deutschland?
Extrem langsam. Nach 10 Jahren sind 20–40 cm Stammansatz gut. Es ist eine Palme die man für die nächste Generation pflanzt.
Gibt es essbare Früchte?
Ja, die kleinen gelben Früchte ('Coquitos') sind essbar und schmecken kokosartig. In deutschen Gärten sind Früchte jedoch extrem selten weil die Pflanze sehr lange braucht bis sie blüht.
Was kostet eine J. chilensis?
Jungpflanzen ab etwa 30–50 Euro, größere Exemplare deutlich mehr. Wegen des Langsamwachstums sind 30 cm Stammhöhe bereits eine mehrjährige Pflanze.