Wann ist der beste Zeitpunkt zum Auspflanzen?

Der ideale Zeitpunkt ist das Frühjahr ab Mitte Mai wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Dann hat die Pflanze die ganze Wachstumssaison vor sich um sich einzuwurzeln bevor der erste Winter kommt. Ein gut eingewurzelter Wurzelballen nach dem ersten Sommer macht den Unterschied zwischen einer Pflanze die den Winter gut übersteht und einer die kämpft.

Ein Fehler der regelmäßig gemacht wird: die Pflanzgrube ist groß genug aber der Boden darunter ist nicht gelockert. Wenn der ausgehobene Bereich unten auf eine kompakte Schicht trifft kann Wasser trotz Drainageschicht nicht abfließen – es staut sich in der Grube wie in einem Topf. Deshalb: immer auch 20 bis 30 cm unterhalb der geplanten Grubentiefe mit dem Spaten aufbrechen und lockern.

Die Jahreszeit der Pflanzung beeinflusst nicht nur das Anwachsen sondern auch die erste Überwinterung. Eine Pflanze die im Mai ausgepflanzt wurde hat fünf bis sechs Monate zum Einwurzeln. Eine Pflanze die im September ausgepflanzt wurde hat vielleicht sechs Wochen. Der Unterschied im Einwurzelungsgrad schlägt sich direkt in der Frosttoleranz nieder.

Frühjahrespflanzungen sind Herbstpflanzungen klar überlegen. Im Herbst bleibt kaum Zeit zum Einwurzeln und der Winter kommt schneller als erwartet. Wenn du jetzt im Herbst eine Palme kaufst ist es sinnvoll sie den Winter im Kübel zu überbrücken und im Mai auszupflanzen.

Warnung: Nie auspflanzen wenn direkt danach Frost angekündigt ist. Frisch ausgepflanzte Palmen mit gestörtem Wurzelsystem sind extrem frostempfindlich weil sie noch nicht in der Lage sind Frost-Schutzsubstanzen effektiv zu mobilisieren.

Die richtige Pflanzgrube

Die Pflanzgrube sollte etwa doppelt so breit und 1,5-mal so tief sein wie der Wurzelballen. Bei schweren Böden noch tiefer um mehr Drainagematerial einbringen zu können. Am Boden der Pflanzgrube 15 bis 20 cm Kies oder Blähton als Drainageschicht einbringen.

Die ausgehobene Erde wird mit Substratverbesserern gemischt: bei lehmigen Böden mit 30 bis 40 Prozent Kies oder Perlite. Bei sandigen Böden kann etwas Kompost hinzugefügt werden. Das Mischverhältnis hängt vom Ausgangsboden ab. Ein durchlässiger Boden braucht weniger Korrektur als ein schwerer Lehmboden.

Pflanztiefe und Einsetzen

Die Pflanztiefe ist kritisch: die Palme darf nicht tiefer gesetzt werden als sie im Kübel gestanden hat. Der Übergang von Stamm zu Wurzeln muss entweder auf Bodenniveau oder leicht darüber liegen. Zu tief gepflanzte Palmen neigen zu Fäulnis am unteren Stammbereich und zu schlechter Entwicklung.

Beim Einsetzen den Wurzelballen nicht auseinandernehmen oder die Wurzeln freispülen. Der Ballen sollte kompakt bleiben. Die Pflanze gerade ausrichten und die Pflanzgrube gleichmäßig auffüllen. Leicht andrücken aber nicht fest stampfen weil das die Drainage verschlechtert.

Direkt nach dem Einpflanzen gründlich wässern damit sich das Substrat um die Wurzeln setzt und keine Lufttaschen entstehen. Eine Gießrand aus etwas angehäufter Erde um die Pflanze herum hilft dabei das Wasser gezielt zum Wurzelballen zu leiten.

Mulchen und Erstpflege

Eine Mulchschicht von 10 bis 15 cm um den Stamm herum ist sehr zu empfehlen. Mulch hält Feuchtigkeit, reguliert die Bodentemperatur und schützt die Wurzeln vor Frost im ersten Winter. Nicht direkt am Stamm anlegen sondern einen kleinen Abstand lassen damit keine Feuchtigkeit am Stamm staut.

In den ersten vier bis sechs Wochen nach dem Auspflanzen regelmäßig bewässern auch wenn es geregnet hat. Das Wurzelsystem ist noch nicht etabliert und kann noch nicht selbständig Wasser aus tieferen Schichten holen. Dann die Bewässerungsfrequenz schrittweise reduzieren.

Nicht düngen in den ersten vier Wochen nach dem Auspflanzen. Die gestörten Wurzeln können den Dünger noch nicht verarbeiten und die Salze im Dünger stressen das bereits gestresste Wurzelsystem. Danach schonend starten mit einem schwach dosierten organischen Dünger.

Erster Winter nach der Auspflanzung

Der erste Winter ist der kritischste. Die Palme ist noch nicht vollständig eingewurzelt und der Boden hat noch keine stabile Struktur um den Wurzelballen. Ein konsequenter Winterschutz ist deshalb auch für Arten empfohlen die später ohne Schutz auskommen. Details zum Schutz im Winterschutz-Guide.

Ab dem zweiten Jahr nach der Auspflanzung kann der Schutz schrittweise reduziert werden je nach Standort, Art und Winterverlauf. Spätestens ab dem dritten Jahr sollte eine gut eingepflanzte T. fortunei an einem geeigneten Standort ohne intensiven Schutz klarkommen.