Trachycarpus oreophilus – die Thai-Hanfpalme aus Nordthailand
Aus den Bergwäldern Nordthailands nahe der Grenze zu Myanmar. Die Thai-Hanfpalme ist schlanker und eleganter als ihre Himalaya-Verwandten und für Gärtner in milden Lagen ein exotischer Blickfang.
Herkunft und Entdeckung
Trachycarpus oreophilus wurde in den Bergwäldern rund um Doi Chiang Dao in der Provinz Chiang Mai entdeckt, einem der markantesten Kalksteinberge Nordthailands. Der Gipfel liegt bei 2.175 Metern und dort herrschen deutlich kühlere Temperaturen als im tropischen Flachland Thailands. Winterfröste bis −5 °C kommen vor, was die Frosttoleranz der Art erklärt.
Der Name oreophilus bedeutet auf Griechisch "Bergliebend" und das ist treffend. Die Palme wächst in Höhen zwischen 1.400 und 2.000 Metern in kühlen Bergwäldern mit ausgeprägter Trockenzeit im Winter. Diese saisonale Trockenheit ist wichtig für das Verständnis ihrer Kultivierungsanforderungen.
Für die Wissenschaft neu beschrieben wurde sie 1997 von Gibbons und Spanner, denselben Forschern die T. princeps entdeckt hatten. Damit gehört T. oreophilus zu den jüngeren Beschreibungen der Gattung und war lange Zeit in botanischen Kreisen bekannt bevor Pflanzen in Sammlungen außerhalb Thailands verbreitet waren.
Erscheinungsbild
Was T. oreophilus von allen anderen Hanfpalmen unterscheidet ist ihre schlanke, elegante Silhouette. Der Stamm ist dünn im Vergleich zu T. fortunei, die Gesamtpflanze wirkt luftiger und weniger massiv. Die Blätter sind mittelgroß, tiefgrün, die Segmente mittelbreit. Der Stamm hat einen Fasermantel ähnlich wie T. fortunei aber weniger ausgeprägt.
In der Gesamtwirkung erinnert sie eher an eine tropische Palme als an die robusten Himalaya-Hanfpalmen. Für Gärtner die einen mediterranen oder exotischen Look anstreben aber trotzdem eine Trachycarpus-Art kultivieren wollen ist sie optisch sehr interessant.
Winterhärte und Eignung für Mitteleuropa
Mit maximaler Frosthärte um −10 °C ist T. oreophilus deutlich weniger winterhart als T. fortunei oder T. wagnerianus. In Deutschland ist sie realistisch gesehen nur für geschützte Weinbaulagen, den Bodenseeraum, die Rheinebene oder ähnliche Gunstlagen geeignet. In Norddeutschland, Mittelgebirgslagen oder kontinentalen Lagen hat sie ohne intensiven Winterschutz wenig Überlebenschancen.
Ein weiterer Faktor ist die saisonale Trockenheit ihres Naturstandorts. Im Winter herrscht dort Trockenheit was bedeutet dass feuchte Winterbedingungen in Mitteleuropa ihr weniger gut bekommen als den Himalaya-Arten. Winterschutz mit Regenschutz ist deshalb noch wichtiger als bei T. fortunei.
Kultivierung
T. oreophilus braucht sehr gute Drainage, einen warmen sonnigen Standort und im Winter Schutz vor Nässe. Als Kübelpflanze ist sie in vielen Regionen Deutschlands kultivierbar wenn der Kübel im Winter an einen kühlen, frostfreien oder leicht frostigen Ort gestellt wird. Ein helles Treppenhaus, ein kühler Wintergarten oder eine überdachte Terrasse sind geeignet.
Das Wachstum ist in unseren Breiten nicht besonders schnell, aber bei guter Pflege entwickelt sich eine schöne Pflanze innerhalb von wenigen Jahren. Düngen von April bis Juli, kein Dünger nach Juli. Substrat durchlässig, gerne mit etwas Kalk oder Kies gemischt.
Wer T. oreophilus kultivieren möchte sollte idealerweise vorher Erfahrungen mit T. fortunei gesammelt haben und die Grundlagen der Palmenkultivierung kennen. Unsere Pflege-Ratgeber und Überwinterungs-Grundlagen geben einen guten Einstieg.
Exotische Palmen für milde Lagen
T. oreophilus ist etwas für Enthusiasten in Gunstlagen die das Ausgefallene suchen. Wir beraten dich ob dein Klima für die Thai-Hanfpalme geeignet ist und welche Alternative für raue Lagen besser wäre.
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