Trachycarpus geminisectus – die Vietnampalme

Kaum jemand würde sie auf den ersten Blick als Trachycarpus erkennen. Die Blattsegmente hängen paarweise zusammen, ein einzigartiges Merkmal innerhalb der Gattung. Die Vietnampalme ist seit 2003 bekannt und noch immer eine der größten Raritäten in Sammlungen.

bis −10 °C Frosthärte Paarweise Blattsegmente 2003 beschrieben
Frosthärte max.
bis −10 °C
Dauerfrost
ab −5 °C kritisch
Schwierigkeit
Profi
Herkunft
Nordvietnam, Provinz Lào Cai
Verfügbarkeit
Größte Rarität

Entdeckung und Beschreibung

Trachycarpus geminisectus wurde 2003 von Spanner, Barfod und Henschel aus Nordvietnam beschrieben. Das Naturvorkommen befindet sich in der Provinz Lào Cai im nördlichen Bergland Vietnams nahe der Grenze zu China, auf Höhen von etwa 1.500 bis 2.000 Metern. Das Gebiet liegt in der klimatischen Übergangszone zwischen dem feuchten subtropischen Klima Südostasiens und dem kühleren Hochlandklima Süd-Chinas.

Die Erstbeschreiber waren überrascht: eine Trachycarpus-Art aus Vietnam war bis dahin unbekannt. Trachycarpus-Arten galten als auf den Himalaya-Bogen und den Südwesten Chinas beschränkt. Der Fund in Vietnam zeigte dass die Gattung eine deutlich weitere Verbreitung hat als bisher angenommen und führte zu Diskussionen über die Ausbreitungsgeschichte der Gattung in Südostasien.

Das einzigartige Merkmal

Was T. geminisectus von allen anderen Trachycarpus-Arten grundlegend unterscheidet sind die Blattsegmente. Während bei allen anderen Arten die Segmente einzeln hängen oder steif abstehen, hängen bei T. geminisectus immer je zwei Segmente zusammen – sie sind an ihren Basen miteinander verwachsen. Dieses Merkmal ist einzigartig innerhalb der gesamten Gattung und hat der Art den Namen gegeben: geminisectus bedeutet "zwillingsartig geteilt".

Das Ergebnis optisch ist ein Fächer der dichter und regelmäßiger wirkt als bei anderen Hanfpalmen. Die Blätter hängen etwas schwerer und bewegen sich bei Wind anders als bei T. fortunei. Wer die Art einmal in natura gesehen hat erkennt sie sofort an diesem Merkmal.

Der Stamm ist faserig ähnlich wie bei T. fortunei, die Gesamthöhe liegt bei 5 bis 8 Metern in Kultivierung. Die Blätter sind mittelgroß, tiefgrün, die Blattstiele relativ lang.

Winterhärte

Mit einer Frosthärte um −10 °C ist T. geminisectus weniger kältetolerant als die Himalaya-Arten. Das ist der Herkunft geschuldet: Nordvietnam hat weniger extreme Winter als die Hochlagen des Himalaya. Für deutschen Gärten kommt sie deshalb nur in Gunstlagen in Frage, oder als Kübelpflanze die im Winter geschützt wird.

In milden Lagen Deutschlands, ähnlich wie bei T. martianus, kann ein Freilandversuch mit gutem Winterschutz gelingen. Nasskalte Kombinationen sind das Hauptproblem.

Kultivierung

Über die Kultivierung von T. geminisectus ist noch wenig bekannt weil Pflanzen außerhalb des Naturstandorts extrem selten sind. Die wenigen Berichte aus europäischen Sammlungen beschreiben sie als grundsätzlich kultivierbar unter ähnlichen Bedingungen wie T. martianus: gute Drainage, halbschattig, keine extreme Staunässe, Winterschutz in rauen Lagen.

Als Kübelpflanze ist sie besonders wertvoll weil das einzigartige Blattmerkmal auf einer Terrasse oder in einem Wintergarten wunderbar zur Geltung kommt. Die Pflanze braucht kein großes Substrat und ist mit einem 30 bis 50 Liter Kübel gut versorgt.

Samen sind gelegentlich über internationale Netzwerke erhältlich. Die Keimung ist ähnlich anspruchsvoll wie bei anderen tropisch-subtropischen Trachycarpus-Arten. Eine Grundlage in der Palmenkultivierung über T. fortunei ist vor dem Versuch mit T. geminisectus sehr empfehlenswert.

Vergleich zur Gesamtgattung

T. geminisectus markiert gewissermaßen das exotischste Ende der winterharten Hanfpalmen. Auf der einen Seite steht T. fortunei – robust, bewährt, für jeden geeignet. Auf der anderen T. geminisectus – einzigartig, selten, für erfahrene Sammler. Wer die ganze Bandbreite der Gattung kennenlernen möchte kann auf der Palmenarten-Übersicht alle Arten vergleichen.

Wer sich für seltene Hanfpalmen interessiert sollte auch die Hybride anschauen: der Bulgaria-Selektion und T. × takaghii sind ebenfalls außergewöhnliche Vertreter der Gattung.

Das Seltenste der Gattung im Blick behalten

T. geminisectus ist aktuell kaum verfügbar. Trag dich bei uns ein und du wirst der erste sein der informiert wird wenn sich etwas ändert. Im Shop findest du alle verfügbaren Trachycarpus-Arten sowie das komplette Zubehör für die Kultivierung.

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Im Shop erhältlich

  • Vormerkliste für T. geminisectus
  • Alle verfügbaren Trachycarpus-Arten im Shop
  • Kultivierungszubehör für Raritäten
  • T. fortunei als bewährter Einstieg
  • Sammlernetzwerk und Beratung

FAQ zu Vietnampalme

Warum hängen die Blattsegmente bei T. geminisectus paarweise?
Das ist ein genetisch bedingtes Merkmal das diese Art einzigartig in der Gattung macht. Es ist kein Zeichen einer Erkrankung oder eines Problems sondern ein artspezifisches Strukturmerkmal. Botanisch handelt es sich um eine Verwachsung von je zwei Segmenten an ihrer Basis.
Ist T. geminisectus die seltenste Trachycarpus-Art?
Sie gehört sicher zu den seltensten in Kultivierung. T. ukhrulensis ist ähnlich rar. Beide sind in botanischen Sammlungen kaum vertreten und im Handel so gut wie nicht erhältlich.
Wie groß wird T. geminisectus in Kultivierung?
Ähnlich wie T. martianus oder T. oreophilus, also 5 bis 8 Meter in optimalen Bedingungen. Das Wachstum ist in unseren Breiten langsam und die Pflanze bleibt über viele Jahre handhabbar.
Kann ich T. geminisectus in Deutschland im Freiland kultivieren?
Nur in ausgesprochenen Gunstlagen mit gutem Winterschutz. Als Kübelpflanze ist sie in ganz Deutschland kultivierbar wenn der Kübel im Winter an einem kühlen aber frostfreien Ort steht. Der einzigartige Blattcharakter kommt im Kübel auf Terrassen gut zur Geltung.
Wo bekomme ich T. geminisectus Samen oder Pflanzen?
Das ist sehr schwierig. Botanische Netzwerke, Samenanbieter mit Vietnam-Kontakten und unser Vormerksystem sind die beste Option. Wir sind aktiv auf der Suche nach dieser Art.